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Deep Dive: Meine KI-Visuals auf der Relevatez-Mainstage

Veröffentlicht am4 Min. Lesezeit
Volle Menge vor der Relevatez-Mainstage 2026 mit KI-generierten Atlantis-Visuals

Es gibt einen Moment auf jedem Festival, den fast niemand zu sehen bekommt. Die Tore sind noch geschlossen, das Gelände ist leer, nur die Crew zieht ihre letzten Runden. Ich stand an einem Julimorgen in Ohmstal ganz allein vor der Mainstage des Relevatez Festivals und sah zum ersten Mal, wie meine Bilder auf 28 Metern Breite atmen.

Auf dem LED-Bogen versank ein griechischer Tempel im Sand. Daneben ruhte ein marmorner Medusa-Kopf, halb vergraben, umspielt von Fischen. Eine Welt, die es acht Wochen vorher nur als Gedanke gab: Was passiert, wenn wir das Festivalmotto Deep Dive wörtlich nehmen und die ganze Bühne zu Atlantis wird?

Eine Bühne ist kein Bildschirm

Die Zahlen zuerst, weil sie den Respekt erklären: Die Bühne ist insgesamt 28,41 Meter breit, die Bogenöffnung misst 18 auf 10 Meter, die Türme links und rechts sind fast 19,5 Meter hoch. Der Video-Canvas für die LED-Flächen hat 2016 auf 1120 Pixel, ein krummes Format von 1,8 zu 1. Nichts davon verzeiht Fehler.

Was auf dem Handy grossartig aussieht, kann in zehn Metern Höhe billig wirken. Unsere erste Fassung mit ins Format gezogenen Motiven flog genau deshalb raus: alles wirkte gestreckt. Die Lektion ist banal und wird trotzdem ständig ignoriert: Erst die Fläche verstehen, dann gestalten. Das galt bei Plakaten, das gilt bei LED-Wänden, das gilt bei KI erst recht.

Wie Atlantis entstand

Der Weg zur finalen Welt war eine Kette aus kontrollierten KI-Schritten. Zuerst ein bewusst leeres Basisbild: heller Sandboden, tiefblaues Wasser, sonst nichts. Darauf haben wir die Szene Schicht für Schicht aufgebaut, per Bild-Edit kam der versunkene Tempel hinten links dazu, dann der Medusa-Kopf vorne rechts. Die Stills wurden mit über 5000 Pixeln Breite gerechnet und erst danach auf das LED-Format beschnitten. Schärfe hat man nie zu viel.

Mein Lieblingsdetail aus dieser Phase: In den Anweisungen an das Videomodell stand allen Ernstes der Satz, dass die Schlangen auf dem Medusa-Kopf Stein bleiben müssen. KI-Systeme lieben es, Dinge lebendig zu machen. Kunst ist, zu entscheiden, was sich NICHT bewegt.

Der Kunde sah den ersten Atlantis-Entwurf und antwortete mit einem einzigen Wort: mega. Freigabe an einem Nachmittag. Wer schon einmal klassische Produktionsschleifen erlebt hat, weiss, was das wert ist.

Der Trick mit dem perfekten Loop

LED-Flächen brauchen Endlosschleifen, und nichts zerstört Immersion so zuverlässig wie ein sichtbarer Schnitt. Unser Trick: Dasselbe Bild dient als Start- und Endframe, das KI-Videomodell rechnet die 15 Sekunden dazwischen. Alles, was sich bewegt, betritt das Bild von der Seite und verlässt es rechtzeitig wieder, abwechselnd von links und von rechts. Das Ergebnis läuft nahtlos, stundenlang.

So entstand ein ganzer Zoo aus Bewegtbild-Motiven für die Live-Regie:

  • Ein Manta, der lautlos über den versunkenen Tempel gleitet
  • Ein Hai, der aus dem Dunkel auftaucht und wieder verschwindet
  • Eine Meerjungfrau auf ihrem Weg zwischen den Säulen
  • Ein Expeditions-U-Boot mit Scheinwerferkegeln im Blau
  • Feuerquallen, die wie Lampions durchs Bild treiben
  • Delfine, eine Schildkröte und ein Wal als Silhouette in der Tiefe

Und dann kam Primeshock

Zu den Loops kamen Spezialaufträge, und mein liebster davon: die Artist-Reveals. Wenn ein Festival einen Act ankündigt, ist das ein eigener kleiner Spannungsbogen. Für Primeshock haben wir die Atlantis-Welt selbst arbeiten lassen: Ein Triton schleudert einen Energiestrahl aus seinem Dreizack auf eine versunkene Marmortafel, der Stein bricht auf, und der Name des Acts wird frei. Fünfzehn Sekunden, in 4K gerechnet, komplett aus der KI-Pipeline.

Genau an dieser Stelle wird aus Hintergrund-Deko Dramaturgie: Die Menge liest so eine Ankündigung nicht, sie erlebt sie.

Das Reveal-Sample für Primeshock, produziert für die LED-Flächen der Relevatez-Mainstage 2026.

Dann kamen die Menschen

Vom 23. bis 26. Juli war das Gelände dann voll, und aus der stillen Morgenszene wurde das, wofür man so etwas baut. Als abends der Beat einsetzte, das Licht die Bühne flutete und der Manta über die LED-Flächen glitt, rissen Tausende die Arme hoch. Natürlich nicht wegen des Mantas. Wegen des Moments. Aber der Manta gehörte zu diesem Moment, und das reicht mir völlig.

Ich stand mittendrin und musste kurz an meine erste Nachtschicht im Werkschutz denken, an den Chat einer Daily Soap, an Studios und Regieräume. Es war immer dasselbe Handwerk: Menschen etwas fühlen lassen. Nur die Werkzeuge ändern sich. Gerade ändern sie sich schneller als je zuvor.

Was das für Ihre Marke heisst

Eine Bildwelt dieser Grösse hätte vor zwei Jahren ein sechsstelliges Produktionsbudget und Monate Vorlauf gebraucht. Heute braucht sie vor allem drei Dinge: eine starke Idee, jemanden, der die Werkzeuge wirklich beherrscht, und einen sauberen Prozess mit klaren Freigaben. Die Technik ist mietbar. Der Weltenbau nicht.

Das gilt nicht nur für Festivals. Jede Marke verkauft am Ende Emotionen, ob auf einer Bühne, in einem Store oder in einem 9:16-Video. Wenn Sie wissen wollen, wie weit KI Ihre nächste Produktion tragen kann: Reden wir. Ich zeige Ihnen gern, wie aus einem leeren Sandboden eine Welt wird.

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